Land über­nimmt Hälf­te der Sanie­rungs­kos­ten

Gute Nach­rich­ten für die Kapel­le Jarmsha­gen. Die Hälf­te der für die Sanie­rung nöti­gen 100.000 Euro über­nimmt das Land. Die Kapel­le droht regel­recht aus­ein­an­der­zu­fal­len, es besteht drin­gen­der Hand­lungs­be­darf.

Der Greifs­wal­der CDU-Land­tags­ab­ge­ord­ne­te Egbert Lis­kow über­brach­te Pfar­rer Vol­ker Gum­melt ein Schrei­ben mit der Zusi­che­rung von 50.000 Euro für das Vor­ha­ben. Das Geld stammt aus dem Stra­te­gie­fonds des Lan­des, der aus einem Vier­tel der Haus­halts­über­schüs­se des Lan­des gespeist wird. Alles in allem sol­len rund 40 Dorf­kir­chen in MV pro­fi­tie­ren.

„Herr Gum­melt war vor einem Jahr bei mir im Büro, als die Idee für den von uns initi­ier­ten Kir­chen­bau­fonds schon da war“, erzähl­te Lis­kow. Der Pas­tor hat­te schon Unter­la­gen mit Kos­ten­schät­zun­gen dabei. Dar­um ist das Fach­werk­kirch­lein Jarmsha­gen das ers­te Bau­werk, das von dem 6,7 Mil­lio­nen-Euro-Fonds pro­fi­tiert, nach­dem die Richt­li­ni­en für die Ver­ga­be fer­tig sind. „Wir wol­len, dass damit etwas für unse­re Dorf­kir­chen getan wird“, sag­te Lis­kow. „Es ist wich­tig, Kunst und Kul­tur im länd­li­chen Raum zu unter­stüt­zen.“ „Ohne das Geld des Lan­des könn­ten wir nicht sanie­ren“, so Vol­ker Gum­melt. Zumal sich die nöti­ge Sum­me zuletzt von 70.000 auf 100.000 Euro erhöht hat, weil ein Teil der Kapel­le ange­ho­ben wer­den muss, um lang­fris­tig die Sta­bi­li­tät zu gewähr­leis­ten.

„Die Sen­kung bestand wahr­schein­lich schon in den 1980er Jah­ren“, so Archi­tek­tin Andrea Klein. „Über­ra­schun­gen könn­te es noch geben, wenn wir die Anfang der 1990er Jah­re ange­brach­te Decken­ver­klei­dung abge­nom­men haben. Aber in der Kos­ten­schät­zung ist bereits die Sanie­rung von Bal­ken­köp­fen ent­hal­ten.“ Der Anstieg der Bau­prei­se berei­tet auch der Archi­tek­tin Sor­gen. Denn die Zahl der Fir­men, die die not­wen­di­gen Erfah­run­gen bei der Sanie­rung von Kir­chen haben, sei begrenzt. Das trei­be die Prei­se in die Höhe. Klein plä­dier­te dafür, dass auch ande­re Fir­men bei klei­ne­ren Pro­jek­ten die Chan­ce erhal­ten, sich zu bewäh­ren. „Dann haben sie bei wei­te­ren Aus­schrei­bun­gen Refe­ren­zen vor­zu­wei­sen“, sag­te sie.

Auf Wunsch der Denk­mal­pfle­ge sol­len bau­his­to­ri­sche Unter­su­chun­gen im Vor­feld vor­ge­nom­men wer­den. Für deren Finan­zie­rung hofft Pas­tor Gum­melt auf den För­der­ver­ein der Kapel­le. Für den sicher­te der Vor­sit­zen­de Karl­heinz Tiet­ze bereits Unter­stüt­zung zu.

Mög­li­cher­wei­se ist die Kapel­le älter als bis­her ange­nom­men. Ein Got­tes­haus bestand schon vor der Refor­ma­ti­on, es soll spä­ter durch einen Neu­bau ersetzt wor­den sein. Immer wie­der wur­den Instand­set­zun­gen gefor­dert.

Aber erst 1800 kam es laut dem Kir­chen­his­to­ri­ker Nor­bert Bus­ke zu einer gründ­li­chen Aus­bes­se­rung oder gar zum Neu­bau einer Kapel­le unter Benut­zung des gebor­ge­nen Bau­ma­te­ri­als. Das sei die Kapel­le, wie sie heu­te noch steht. Älte­re Aus­stat­tung­s­tü­cke wie eine Glo­cke, Altar­leuch­ter, Gestühl­wan­gen, Altar­schran­ke und das Altar­bild blie­ben erhal­ten.

Quel­le (Bild und Text): Ost­see-Zei­tung (Eck­hard Ober­dör­fer)